Die Rüeblitorte, wie sie in der Schweiz genannt wird, gehört zu den bekanntesten Spezialitäten der Alpenrepublik. Dieser saftige Karottenkuchen ohne Mehl eroberte im 19. Jahrhundert die Herzen der Schweizer und verbreitete sich später in ganz Europa. Das Besondere an diesem Rezept: gemahlene Mandeln ersetzen das herkömmliche Mehl vollständig und verleihen dem Kuchen eine unvergleichliche Textur. Die Kombination aus süßen Karotten, nussigen Mandeln und einer dezenten Zimtnote macht diesen Kuchen zu einem wahren Genusserlebnis. Ob zum Nachmittagskaffee oder als festliches Dessert – die Rüeblitorte begeistert durch ihre Saftigkeit und ihren einzigartigen Geschmack. Die Zubereitung erfordert zwar etwas Geduld, doch das Ergebnis wird Sie und Ihre Gäste garantiert beeindrucken.
30
50
mittel
€€
Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1.
Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Springform gründlich einfetten und mit etwas gemahlenen Mandeln ausstreuen, damit der Kuchen später nicht anklebt. Dieser Schritt ist wichtig für ein perfektes Ergebnis.
2.
Die Karotten schälen und mit der Küchenreibe fein raspeln. Dabei sollten Sie möglichst frische, knackige Karotten verwenden, da diese mehr Feuchtigkeit enthalten und den Kuchen besonders saftig machen. Die geraspelten Karotten in einer Schüssel beiseite stellen.
3.
Die Eier trennen – das bedeutet, das Eigelb vom Eiweiß zu separieren. Das Eigelb mit 150 g Zucker in einer großen Schüssel mit dem Handrührgerät etwa 3 bis 4 Minuten schaumig schlagen, bis die Masse hell und cremig wird. Diese Aufschlagmethode sorgt für eine luftige Struktur.
4.
Die gemahlenen Mandeln, die geraspelten Karotten, Zitronensaft, Zitronenschale, Zimt, Backpulver und eine Prise Salz zur Eigelbmasse geben. Alles vorsichtig mit einem Teigschaber oder Holzlöffel vermengen, bis eine gleichmäßige Masse entsteht. Nicht zu lange rühren, damit der Teig schön locker bleibt.
5.
Das Eiweiß mit den restlichen 50 g Zucker in einer sauberen, fettfreien Schüssel steif schlagen. Die Schüssel muss wirklich fettfrei sein, sonst wird das Eiweiß nicht fest. Der Eischnee ist perfekt, wenn er glänzt und steife Spitzen bildet.
6.
Den Eischnee portionsweise vorsichtig unter die Karottenmasse heben. Dabei immer von unten nach oben arbeiten, damit möglichst viel Luft im Teig bleibt. Diese Technik nennt man unterheben und sie ist entscheidend für einen lockeren Kuchen.
7.
Den Teig in die vorbereitete Springform füllen und glatt streichen. Die Form in den vorgeheizten Backofen schieben und etwa 50 Minuten backen. Nach 40 Minuten können Sie mit einem Holzstäbchen testen: bleibt kein Teig daran haften, ist der Kuchen fertig.
8.
Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und in der Form etwa 10 Minuten abkühlen lassen. Dann vorsichtig aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Dieser Schritt dauert etwa 1 bis 2 Stunden.
9.
Für die Glasur den Puderzucker in eine Schüssel sieben. Den Zitronensaft und den Kirsch nach und nach unterrühren, bis eine dickflüssige, glatte Glasur entsteht. Die Konsistenz sollte zähflüssig sein, damit sie nicht vom Kuchen läuft.
10.
Die Glasur gleichmäßig auf dem abgekühlten Kuchen verteilen. Dafür können Sie einen Spritzbeutel verwenden oder die Glasur einfach mit einem Löffel aufstreichen. Arbeiten Sie dabei von der Mitte nach außen.
11.
Die Marzipankarotten als Dekoration auf dem Kuchen verteilen, solange die Glasur noch feucht ist. So haften sie besser. Den Kuchen mindestens 1 Stunde ruhen lassen, damit die Glasur fest wird und die Aromen sich entfalten können.
Tipp vom Chefkoch
Der Karottenkuchen schmeckt am besten, wenn er einen Tag durchgezogen ist. Die Feuchtigkeit der Karotten verteilt sich dann optimal im Teig. Bewahren Sie ihn in einer Kuchendose auf – so bleibt er bis zu 5 Tage frisch und saftig. Falls Sie keinen Kirsch zur Hand haben, können Sie auch Orangensaft für die Glasur verwenden. Für eine intensivere Zitrusnote reiben Sie etwas mehr Zitronenschale in den Teig. Achten Sie beim Raspeln der Karotten darauf, nur das orangefarbene Fruchtfleisch zu verwenden und den harten Kern zu entfernen.
Die perfekte Begleitung zur Rüeblitorte
Zur traditionellen Schweizer Rüeblitorte passt hervorragend ein milder Kaffee oder ein aromatischer Schwarztee mit einer leichten Zitrusnote. Für besondere Anlässe empfiehlt sich ein Dessertwein wie ein süßer Muscat oder ein Eiswein, der die nussigen Aromen der Mandeln und die Süße der Karotten unterstreicht. Auch ein Chai-Latte mit seinen Gewürznoten harmoniert wunderbar mit dem Zimt im Kuchen. Für Kinder oder Gäste, die keinen Kaffee mögen, ist ein Glas frisch gepresster Orangensaft eine erfrischende Alternative, die die Zitrusnoten im Kuchen aufgreift.
Zusätzliche Info
Die Geschichte der Schweizer Rüeblitorte reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück und ist eng mit der Stadt Aargau verbunden. Dort wurde der Kuchen erstmals in größerem Umfang gebacken und entwickelte sich zu einer regionalen Spezialität. Die Verwendung von Karotten in Backwaren war damals eine praktische Lösung, um Süße und Feuchtigkeit zu erzielen, als Zucker noch ein teures Gut war. Der Verzicht auf Mehl und die Verwendung von gemahlenen Mandeln macht diesen Kuchen nicht nur zu einer glutenfreien Alternative, sondern verleiht ihm auch seine charakteristische, dichte Konsistenz. In der Schweiz wird die Rüeblitorte traditionell zu Ostern serviert, da die Marzipankarotten als Dekoration perfekt zum Frühlingsfest passen. Heute ist der Kuchen das ganze Jahr über beliebt und wird in vielen Schweizer Konditoreien als Klassiker angeboten. Die Kombination aus Mandeln und Karotten liefert zudem wertvolle Nährstoffe und macht den Kuchen zu einer etwas gesünderen Süßigkeit.



