Airfryer-Rösti: Warum die Kartoffeln vorher ausgepresst werden müssen

Airfryer-Rösti: Warum die Kartoffeln vorher ausgepresst werden müssen

Knusprige Rösti aus dem Airfryer sind eine moderne Variante des Schweizer Klassikers, die mit deutlich weniger Fett auskommt als die traditionelle Pfannenvariante. Doch warum müssen die Kartoffeln vor der Zubereitung unbedingt ausgepresst werden? Die Antwort liegt in der Physik des Garens: Kartoffeln enthalten bis zu 80 Prozent Wasser, das während des Kochvorgangs verdampfen muss, damit die Rösti ihre charakteristische goldbraune Kruste entwickeln können. Ohne das Auspressen würde die überschüssige Flüssigkeit die Kartoffelstreifen eher dämpfen als rösten, was zu einem weichen, matschigen Ergebnis führt. Im Airfryer, der mit zirkulierender Heißluft arbeitet, ist dieser Schritt noch wichtiger als in der Pfanne, da die Luftzirkulation durch zu viel Feuchtigkeit behindert wird. Diese detaillierte Anleitung erklärt Schritt für Schritt, wie perfekte Rösti gelingen und warum jeder Arbeitsschritt seine Berechtigung hat.

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moyen

Zutaten

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Utensilien

Zubereitung

1. Kartoffeln vorbereiten

Schält die festkochenden Kartoffeln gründlich und spült sie unter kaltem Wasser ab. Festkochende Sorten sind wichtig, da sie weniger Stärke enthalten und beim Reiben nicht zerfallen. Festkochend bedeutet, dass die Kartoffel nach dem Kochen ihre Form behält und nicht mehlig wird. Reibt die Kartoffeln mit einer groben Reibe zu langen, gleichmäßigen Streifen. Je gleichmäßiger die Streifen, desto einheitlicher wird später das Garprozess.

2. Kartoffeln auspressen

Gebt die geriebenen Kartoffeln in ein sauberes Küchentuch und dreht es fest zusammen. Presst nun mit beiden Händen so viel Flüssigkeit wie möglich heraus. Dieser Schritt ist absolut entscheidend: Die ausgetretene Flüssigkeit sollte klar bis leicht milchig sein. Presst mindestens zwei bis drei Mal, bis kaum noch Wasser austritt. Die Kartoffelmasse sollte sich danach deutlich trockener anfühlen. Ohne dieses Auspressen würden die Rösti im Airfryer dampfen statt knusprig zu werden.

3. Würzen und binden

Gebt die ausgepressten Kartoffelstreifen in eine Schüssel und fügt Salz, frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer und eine Prise geriebene Muskatnuss hinzu. Streut die Speisestärke darüber und vermengt alles gründlich mit den Händen. Die Speisestärke wirkt als Bindemittel und hilft, die Kartoffelstreifen zusammenzuhalten. Stärke absorbiert Restfeuchtigkeit und sorgt für zusätzliche Knusprigkeit. Träufelt das Pflanzenöl darüber und vermengt erneut, sodass alle Streifen leicht benetzt sind.

4. Rösti formen

Teilt die Kartoffelmasse in vier gleich große Portionen. Formt mit den Händen flache, runde Fladen von etwa 1,5 Zentimeter Dicke. Drückt die Masse dabei fest zusammen, damit die Rösti nicht während des Garens auseinanderfallen. Die Ränder sollten kompakt sein, ohne lose herausstehende Kartoffelstreifen, da diese sonst zu schnell verbrennen würden.

5. Airfryer vorbereiten

Heizt den Airfryer auf 180 Grad Celsius vor. Das Vorheizen ist wichtig, damit die Rösti sofort bei der richtigen Temperatur garen können. Legt ein Stück Backpapier in den Korb des Airfryers, um das Ankleben zu verhindern. Schneidet das Papier so zu, dass es den Boden bedeckt, aber die Luftzirkulation nicht behindert. Zu viel Papier würde die Heißluft blockieren und das Garergebnis verschlechtern.

6. Erste Garphase

Legt die geformten Rösti mit etwas Abstand zueinander in den Airfryer-Korb. Garst sie bei 180 Grad Celsius für zehn Minuten. Während dieser Zeit bildet sich die erste Kruste auf der Unterseite. Öffnet den Airfryer nicht vorzeitig, da sonst Hitze entweicht und die Garzeit sich verlängert. Nach zehn Minuten sollte die Unterseite goldbraun und fest sein.

7. Wenden und fertig garen

Wendet die Rösti vorsichtig mit einem Pfannenwender. Achtet darauf, dass sie nicht auseinanderbrechen. Garst sie weitere zehn Minuten bei gleicher Temperatur, bis auch die zweite Seite goldbraun und knusprig ist. Prüft gegen Ende der Garzeit, ob die Rösti durchgegart sind, indem ihr mit einer Gabel hineinpikst. Sie sollten innen weich, aber nicht roh sein. Bei Bedarf verlängert die Garzeit um zwei bis drei Minuten.

8. Ruhen lassen

Nehmt die fertigen Rösti aus dem Airfryer und lasst sie auf einem Gitterrost etwa zwei Minuten ruhen. Dieser Schritt ist wichtig, damit die Kruste nachfesten kann und die Rösti ihre optimale Konsistenz erreichen. Das Ruhen lassen verhindert, dass die Unterseite durch Kondenswasser wieder weich wird. Serviert die Rösti sofort, solange sie noch heiß und knusprig sind.

Gustav

Tipp vom Chefkoch

Verwendet unbedingt festkochende Kartoffelsorten wie Nicola, Linda oder Charlotte. Mehligkochende Kartoffeln enthalten zu viel Stärke und zerfallen beim Reiben. Die Kartoffeln sollten roh verarbeitet werden, niemals vorgekocht. Wenn ihr die Kartoffeln bereits am Vortag reibt, lagert sie in einer Schüssel mit kaltem Wasser im Kühlschrank und presst sie am nächsten Tag gründlich aus. Für extra knusprige Rösti könnt ihr die Temperatur in den letzten drei Minuten auf 200 Grad erhöhen. Experimentiert mit Gewürzen: Kümmel, Paprikapulver oder getrocknete Kräuter verleihen den Rösti zusätzliche Aromen. Wenn euer Airfryer kleiner ist, bereitet die Rösti in zwei Durchgängen zu, damit sie genug Platz haben und gleichmäßig garen können.

Passende Getränke zu Rösti

Zu knusprigen Rösti aus dem Airfryer passen leichte, frische Weißweine besonders gut. Ein Schweizer Fendant aus dem Wallis harmoniert perfekt mit diesem Nationalgericht und unterstreicht dessen alpine Herkunft. Alternativ eignet sich ein trockener Riesling aus Deutschland oder ein Grüner Veltliner aus Österreich, deren fruchtige Säure die Reichhaltigkeit der Kartoffeln ausgleicht. Für Bierliebhaber empfiehlt sich ein helles Lagerbier oder ein Pils, das mit seiner Spritzigkeit die knusprige Textur ergänzt. Wer alkoholfreie Optionen bevorzugt, kann zu Apfelschorle oder einem kräftigen Schwarztee greifen. Bei einer herzhaften Variante mit Speck oder Käse passt auch ein leichter Rotwein wie ein Pinot Noir.

Zusätzliche Info

Die Rösti stammen ursprünglich aus dem Kanton Bern in der Schweiz und waren ursprünglich ein Frühstücksgericht für Bauern. Der Name leitet sich vom schweizerdeutschen Wort rösten ab, was das Braten in der Pfanne beschreibt. Traditionell wurden Rösti aus übrig gebliebenen, gekochten Kartoffeln vom Vortag zubereitet, doch die moderne Variante mit rohen Kartoffeln hat sich durchgesetzt. In der Deutschschweiz gilt die Rösti als Nationalgericht und wird oft als Beilage zu Fleischgerichten serviert. Der sogenannte Röstigraben bezeichnet die kulturelle Grenze zwischen der deutschsprachigen und der französischsprachigen Schweiz. Die Zubereitung im Airfryer ist eine zeitgemäße Adaptation, die den Fettgehalt um bis zu 70 Prozent reduziert, ohne Kompromisse bei der Knusprigkeit einzugehen. Weltweit haben sich zahlreiche Varianten entwickelt, von süßen Versionen mit Äpfeln bis zu herzhaften mit Speck und Zwiebeln.

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