Bärlauch-Risotto: Cremig, frühlingshaft und in 25 Minuten auf dem Tisch

Bärlauch-Risotto: Cremig, frühlingshaft und in 25 Minuten auf dem Tisch

Der frühling kündigt sich an, und mit ihm erwacht die natur zu neuem leben. In den wäldern sprießt der bärlauch, jenes aromatische wildkraut, das mit seinem intensiven knoblauchduft die sinne betört. Ein bärlauch-risotto vereint die cremige eleganz der norditalienischen reiskunst mit der frischen würze des frühlings. In nur 25 minuten entsteht ein gericht, das sowohl alltagstauglich als auch festlich genug für gäste ist. Die zubereitung erfordert weder exotische zutaten noch komplizierte techniken, sondern lediglich aufmerksamkeit und die bereitschaft, dem reis die zuwendung zu schenken, die er verdient. Das ergebnis ist ein cremiges, frühlingshaftes risotto, das die essenz der saison auf den teller bringt und selbst kochanfänger zu meistern vermögen.

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Zutaten

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Utensilien

Zubereitung

1. Die brühe vorbereiten

Gießen sie die gemüsebrühe in einen kleinen topf und erhitzen sie diese auf mittlerer stufe. Die brühe sollte während der gesamten zubereitung warm bleiben, aber nicht kochen. Eine heiße brühe ist entscheidend, damit der reis gleichmäßig gart und seine stärke optimal freigibt. Stellen sie den topf neben ihren arbeitsbereich, damit sie die flüssigkeit portionsweise hinzufügen können. Diese vorbereitung mag simpel erscheinen, doch sie bildet das fundament für ein perfektes risotto.

2. Den bärlauch waschen und schneiden

Waschen sie den bärlauch gründlich unter kaltem wasser, um sand und erdreste zu entfernen. Schütteln sie die blätter vorsichtig trocken oder tupfen sie diese mit einem küchentuch ab. Schneiden sie etwa zwei drittel des bärlauchs in feine streifen – diese technik nennt man chiffonade, bei der blätter gerollt und dann quer in dünne streifen geschnitten werden. Das letzte drittel behalten sie für später zurück, um es frisch über das fertige risotto zu geben. So bewahren sie das intensive aroma und die leuchtend grüne farbe.

3. Die schalotten anschwitzen

Schälen sie die schalotten und schneiden sie diese in feine würfel. Erhitzen sie das olivenöl in einem topf mit schwerem boden auf mittlerer hitze. Geben sie die schalottenwürfel hinzu und lassen sie diese etwa 2 bis 3 minuten glasig werden, ohne dass sie farbe annehmen. Das anschwitzen bedeutet, dass die schalotten sanft in fett erhitzt werden, bis sie weich sind und ihr aroma entfalten, aber noch nicht bräunen. Rühren sie gelegentlich um, damit nichts am topfboden haftet.

4. Den reis anrösten

Geben sie den arborio-reis oder carnaroli-reis zu den schalotten und rühren sie alles gut durch. Lassen sie den reis etwa 1 bis 2 minuten unter ständigem rühren anrösten, bis die körner leicht glasig werden und an den rändern durchscheinend erscheinen. Dieser schritt wird tostatura genannt und ist wichtig, damit der reis später seine bissfeste konsistenz behält und nicht zu weich wird. Sie werden hören, wie der reis im topf leise knistert.

5. Mit wein ablöschen

Gießen sie den weißwein auf einmal zum reis und rühren sie kräftig um. Der wein wird zischen und dampfen – das ist normal. Lassen sie den alkohol bei mittlerer hitze verdampfen, während sie weiter rühren. Nach etwa 2 minuten ist der wein größtenteils eingekocht. Das ablöschen löst die röstaromen vom topfboden und verleiht dem risotto eine angenehme säure, die später durch die cremigkeit ausgeglichen wird.

6. Die brühe nach und nach zugeben

Nun beginnt die eigentliche arbeit des risotto-kochens. Geben sie eine schöpfkelle der warmen brühe zum reis und rühren sie sanft, aber regelmäßig. Warten sie, bis die flüssigkeit fast vollständig aufgesogen ist, bevor sie die nächste kelle brühe hinzufügen. Wiederholen sie diesen vorgang etwa 16 bis 18 minuten lang. Das ständige rühren hilft, die stärke aus den reiskörnern zu lösen, was dem risotto seine charakteristische cremigkeit verleiht. Haben sie geduld – dieser rhythmus aus zugeben, rühren und warten ist das herzstück eines gelungenen risottos.

7. Den bärlauch einarbeiten

Wenn der reis nach etwa 16 minuten bissfest ist – probieren sie ein korn, es sollte noch einen leichten widerstand im kern haben –, geben sie die geschnittenen bärlauchstreifen hinzu. Rühren sie diese unter und lassen sie das risotto noch 1 bis 2 minuten köcheln. Der bärlauch wird zusammenfallen und seine intensive grüne farbe sowie sein würziges aroma an das gericht abgeben. Achten sie darauf, dass der reis nicht zu lange kocht, sonst wird er matschig.

8. Mantecatura durchführen

Nehmen sie den topf vom herd und geben sie die butter in stücken sowie den frisch geriebenen parmesan hinzu. Rühren sie energisch, damit sich butter und käse mit der reisstärke verbinden und eine glänzende, cremige masse entsteht. Dieser schritt heißt mantecatura und ist das geheimnis eines perfekten risottos. Die konsistenz sollte all’onda sein, also wellenförmig fließend, wenn sie den topf leicht schwenken. Schmecken sie mit salz und frisch gemahlenem schwarzem pfeffer ab.

9. Anrichten und servieren

Verteilen sie das risotto auf vorgewärmte teller. Garnieren sie jede portion mit den zurückbehaltenen frischen bärlauchblättern und reiben sie bei bedarf noch etwas parmesan darüber. Servieren sie das gericht sofort, solange es noch dampfend heiß ist. Ein risotto wartet nicht – es ist am besten, wenn es direkt aus dem topf kommt und seine cremigkeit noch perfekt ist.

Gustav

Tipp vom Chefkoch

Wenn sie keinen frischen bärlauch finden, können sie ihn durch bärlauchpesto ersetzen. Rühren sie etwa 3 esslöffel pesto am ende der garzeit unter das risotto. Achten sie darauf, dass das pesto keine zusätzlichen aromastoffe wie basilikum enthält, damit der typische bärlauchgeschmack erhalten bleibt. Eine weitere möglichkeit ist die verwendung von tiefgekühltem bärlauch, den sie unaufgetaut direkt zum reis geben können. Für eine noch cremigere konsistenz können sie einen esslöffel mascarpone zusätzlich zur butter einrühren. Wenn das risotto zu dick wird, geben sie etwas warme brühe hinzu, um die konsistenz anzupassen. Wichtig ist, dass sie hochwertigen parmesan verwenden und diesen frisch reiben – vorgeriebener käse enthält oft trennmittel, die das cremige mundgefühl beeinträchtigen.

Weinbegleitung für frühlingshaftes bärlauch-risotto

Ein bärlauch-risotto mit seiner intensiven knoblauchnote und cremigen textur verlangt nach einem wein, der sowohl frische als auch struktur mitbringt. Ein sauvignon blanc aus dem friaul oder südtirol harmoniert hervorragend mit dem würzigen bärlauch. Seine grasigen, kräutrigen noten ergänzen das wildkraut perfekt, während seine lebendige säure die cremigkeit des risottos ausbalanciert. Alternativ empfiehlt sich ein grüner veltliner aus österreich, der mit seiner pfeffrigen würze und mineralität eine spannende brücke zum gericht schlägt. Für liebhaber italienischer weine ist ein verdicchio dei castelli di jesi eine ausgezeichnete wahl – dieser wein aus den marken besticht durch seine mandelnote und seine fähigkeit, cremige reisgerichte zu begleiten, ohne sie zu überlagern. Servieren sie den wein gut gekühlt bei etwa 10 bis 12 grad celsius. Wer alkoholfreie alternativen bevorzugt, greift zu einem kräutertee auf basis von zitronenmelisse und minze oder einem gespritzten apfelsaft mit mineralwasser und einem zweig frischer minze.

Zusätzliche Info

Der bärlauch, botanisch allium ursinum genannt, ist eines der ersten wildkräuter des jahres und läutet kulinarisch den frühling ein. Bereits die kelten und germanen schätzten seine heilkräfte und verwendeten ihn als schutz gegen krankheiten. Der name ‚bärlauch‘ leitet sich vermutlich davon ab, dass bären nach dem winterschlaf die würzigen blätter fressen, um ihren stoffwechsel wieder in schwung zu bringen. In der modernen küche erlebt der bärlauch seit den 1990er jahren eine renaissance und hat sich von der regionalen spezialität zu einem festen bestandteil der gehobenen frühlingsküche entwickelt. Das risotto selbst stammt aus norditalien, genauer aus der po-ebene, wo seit jahrhunderten reis angebaut wird. Die städte mailand, verona und mantua beanspruchen alle für sich, die wiege des risottos zu sein. Die traditionelle zubereitungsmethode hat sich über generationen kaum verändert – sie basiert auf geduld, qualität der zutaten und der richtigen technik. Die kombination von italienischer reiskunst und mitteleuropäischem wildkraut zeigt, wie moderne küche regionale traditionen kreativ verbindet und dabei neue geschmackserlebnisse schafft. Bärlauch wächst vor allem in schattigen, feuchten laubwäldern und ist von märz bis mai sammelbar. Vorsicht ist geboten, da die blätter denen des giftigen maiglöckchens ähneln können – der intensive knoblauchgeruch beim zerreiben der blätter ist das sichere erkennungsmerkmal.

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